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Neuer Marktführer

Auctionata ist größtes deutsches Auktionshaus

Mit 35,7 Millionen Euro Umsatz im ersten Halbjahr 2015 hat die Online-Plattform Auctionata die Marktführerschaft an sich gerissen: Auctionata ist – gemessen an Umsatz und Mitarbeiterzahl – nun nach eigener Angabe das größte Auktionshaus Deutschlands

Ein rasanter Wachstum: Das Unternehmen verzeichnet mit dem Erfolg des ersten Halbjahres eine 195 prozentige Steigerung gegenüber dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Im Vergleich: Im gesamten Jahr 2014 setzte Auctionata 31,5 Millionen Euro um, 2013 waren es zwölf Millionen Euro. Auctionata ist ein Online-Auktionshaus für Kunst und Antiquitäten, das 2012 von Alexander Zacke und Georg Untersalmberger in Berlin mit Investorenkapital der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und der Otto Group gegründet wurde. Seit Dezember 2012 hält die Plattform Auktionen per Live-Stream ab. Das Umsatzergebnis wurde zu rund 80 Prozent in den Auktionen erzielt, so das Unternehmen. Der verbleibende Anteil wurde hauptsächlich über den Online-Shop und Privatverkäufe generiert.

Das Konzept scheint zu funktionieren – so konnte Auctionata sich den bisher höchsten Auktionszuschlag des Jahres in Deutschland sichern. Im Juni 2015 wurde eine chinesische Automatenuhr aus dem späten 18. Jahrhundert für 3,37 Mio. Euro (inkl. Käuferaufgeld) von dem bekannten Investor Liu Yiqian erworben und erzielte damit einen Weltrekord als das teuerste Werk asiatischer Kunst, das je online versteigert wurde. In der ersten Jahreshälfte wurden 123 Auktionen durchgeführt, an denen über 30.000 Bieter aus mehr als 140 Ländern teilgenommen haben. Eigenen Angaben zu Folge ist Auctionata nach nur zwei Jahren - gemessen an Umsatz und Mitarbeiterzahlen - das größte Auktionshaus in Deutschland. Erst im April stand das Unternehmen in der Kritik, da es weit mehr als 100 Stellen strich. Und das trotz einer millionenschweren Finanzspritze, die das digitale Auktionshaus zuvor erhalten hatte. Den Pressesprechern zu Folge will man sich auf nachhaltiges Wachstum konzentrieren. Trotz Sparmaßnahmen bei den Mitarbeitern glaubt man bei Auctionata an das Geschäftsmodell. Zu Recht? Der Online Kunstmarkt ist im Kommen. Der von Hiscox veröffentlichte Online Art Trade Report 2015 verdeutlicht dies. Zwar gab rund die Hälfte der Befragten an, dass sie immer noch die traditionellen Auktionshäuser bevorzugen. Besonders für junge und neue Käufer sind schnell zugängliche Onlineauktionen attraktiver als jene in den Traditionshäusern, da sie u.a. die Umgebung dort oft als sehr exklusiv und unangenehm empfinden. Simon de Pury, ehemaliger Chef des Auktionshauses Philipps, erkannte den Trend und steigt im Oktober mit dem Online Auktionshaus de Pury in das virtuelle Business ein.