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Phantasmagorie von den Bahamas

Der bahamische Künstler Lavar Munroe startet grade durch – auf der New Yorker Messe 1:54 wurden sogar alle seine Werke verkauft. Das Interesse an Munroe ist groß

Amanda Coulson, Direktorin der Volta Messe schwärmt für Lavar Munroe. „Seine phantasmagorische Mischtechniken auf Leinwand kanalisieren die Stereotypen des exotisch ‚Anderen’", so die Kunstexpertin. Munroe, 1982 in Nassau, Bahamas geboren, greife auf den „seit dem 19. Jahrhundert geführten Diskurs um den ‚Menschenzoo’ auf und stellt diesen in Verbindung zur zeitgenössischen Kulturpolitik.“ Coulson sieht darin eine Kritik an Fremdenfeindlichkeit, die Munroe in seinen Collagen und Malereien ausdrücke. Das scheint gut anzukommen: Auf der neuen New Yorker Messe 1:54, die im Mai 2015 stattfand, verkaufte sein Galerist Walter de Weerdt (Nomad) alle mitgebrachten Arbeiten. „Das Interesse an ihm ist groß: Die NOMAD Gallery zeigte Munroe in einer hochgelobten Solopräsentation während der Volta-Messe diesen März in New York“, so Amanda Coulson. Auch Okwui Enwezor, Direktor des Münchner Haus der Kunst und Kurator der diesjährigen Venedig Biennale, scheint begeistert zu sein – immerhin hat er Lavar Munroes Mixed-Media-Installation "To Protect and Serve" in die Hauptausstellung "All the world's futures" aufgenommen.
Die Arbeiten des in Nassaus Armenviertel Grants Town aufgewachsenen interdisziplinären Künstlers werden in der 2016 anstehenden Ausstellung „Double Dutch“ der National Art Gallery auf den Bahamas zu sehen sein. Munroe wurde außerdem für das Residence-Programm der Joan Mitchell Foundation in New Orleans ausgewählt. Aber sehen Sie selbst: Im Video erklärt Munroe die Hintergründe seiner Arbeiten. Dabei auch eine deutliche Message: „Wir alle bluten, und eines Tages müssen wir alle sterben.“

Video courtesy of GalleryLOG ; http://gallerylog.com/lavar-munroe.html