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Buchtipp: The New Nomads

Der Traum vom freien Leben

Mit atmosphärischen Fotos feiert der Bildband „The New Nomads“ die nomadische Lebensart im 21. Jahrhundert. Und zeigt, wie der Traum von der großen Freiheit Designer und Architekten dazu inspiriert, Wohnen, Leben und Arbeiten ganz neu zu denken

Heute hier und morgen dort – der Traum vom freien, ungebundenen Leben ist alt, aber er lockt auch heute noch. Früher waren es vor allem die gesellschaftlichen Außenseiter, die Schausteller und Vagabunden, die umherzogen. Die Nomaden des 21. Jahrhunderts gehören zur digitalen Avantgarde. In ihren mobilen Behausungen testen sie neue Lebensformen aus, lassen sich in der Steppe, auf Baumwipfeln oder im Wasser nieder.

Dabei müssen sie weder auf innovatives Design noch auf die neueste Technik verzichten. Das zeigt der Band „The New Nomads“ in atmosphärischen Bildern mobiler Wohnbehausungen und Arbeitsstätten. Eingebettet sind sie in die Naturkulissen Vietnams, der USA oder Großbritanniens. Die modernen Nomaden verstehen sich als Weltbürger, die überall zuhause sind. Sie wollen sich nicht an einem Ort und eine Wohnung binden, und ihren Arbeitsplatz am liebsten gleich mit im Gepäck haben. Es ist der Wunsch nach Freiheit, der sie antreibt. Sie sind auf der Suche nach dem, was sich in traditionellen Lebensmodellen nicht realisieren lässt: grenzenlos unabhängig, mobil und flexibel zu sein.

Eine Lebensphilosophie, die an Architektur und Produktdesign ganz neue Anforderungen stellt. Das innovative Design der transportierbaren Container, zerlegbaren Jurten und mobilen Arbeitsplätze ist dem nomadischen Lebensstil angepasst: leicht und multifunktional. Der Platz ist begrenzt, der Erfindungsreichtum vielleicht gerade deshalb außergewöhnlich. Der Wohnwagen „Sealander“ etwa lässt sich mit wenigen Handgriffen zu einem schwimmenden Gefährt umfunktionieren. So wird das Wohnmodul zur Yacht. Auch das vom Designbüro Trake/Alec Farmer & Uula Jero entworfene Zuhause ist inspiriert von der klassischen Jurte, der Behausung zentralasiatischer Nomaden. In wenigen Schritten lässt es sich in ein leicht transportierbares Paket zerlegen.