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Monika Grzymala in der Galerie Crone

Klebeband in Tonnen

Monika Grzymala schafft mit Klebeband einzigartige Raumzeichnungen. Im Rahmen der Berlin Art Week stellt sie nun in der Galerie Crone aus. Ein Ausstellungstipp

Monika Grzymala ist studierte Steinbildhauerin und Restauratorin. In ihrer Kunst aber zeichnet sie. Dabei greift sie nicht zum Bleistift, sondern zum Klebeband, zu Tonnen von Klebeband. Damit zieht sie kilometerlange lineare Gefüge durch den Raum, die sich zu komplexen Gebilden zusammenballen. „Raumzeichnungen“, nennt Grzymala diese Installationen. Für ihre Einzelausstellung „The Making of Forming Something New hat die 1970 im polnischen Zabrze geborene Künstlerin sich architektonische Interventionen in der Galerie Crone vorgenommen: Zwei ephemere Klebeband-Zeichnungen werden sich während der Ausstellungsdauer permanent verändern. „Der Begriff des Ephemeren in Bezug auf die Raumzeichnungen von Monika Grzymala soll ausdrücken, dass die Arbeiten sich im Laufe der Zeit verändern können und sollen. Oft löst sich das Klebeband, aus dem die Raumzeichnungen bestehen an einigen Stellen ab, was von der Künstlerin ausdrücklich gewollt ist, verrät die Kuratorin der Ausstellung Anna Redeker.

Charakteristisch für Grzymalas Ausstellungen ist auch, dass die Installationen nur bedingt überleben. Heißt: Nach der Ausstellung wird das Klebeband zu einem Knäul verbunden – so entsteht eine ganz neue Arbeit von skulpturalem Charakter. Grzymala untersucht in ihrer Kunst das Verhältnis der Zeichnung zum Körper. In Berlin wird auch eine weitere Arbeit der Künstlerin zu sehen sein, die eigentlich ganz untypisch für sie ist: 2014 brach Grzymala sich in New York den rechten Fuß. Gipsverband und Krücken zwangen sie zur Bettruhe, die bevorstehende Ausstellung im Kunstmuseum in Reikjavik war gefährdet. Statt der geplanten Klebeband-Installation schlug sie vor, eine Arbeit mit einer Sequenz von täglich per Fax gesendeten Zeichnungen zu generieren. Herausgekommen ist eine Wandzeichnung, die vor Ort zusammengesetzt wurde und sich zu einer komplexen Linienskulptur verband. Der Arbeit gab sie den Namen „The Making of Forming Something New“, nach dem ihre Galerie Crone nun auch die Berliner Ausstellung benannt hat.

19. September bis 14. November, Monika Grzymala „The Making of Forming Something New, Galerie Crone Berlin