Kunst. Werte. Leidenschaft.

Achenbach Auktion in Köln

XXL-Erfolg

1,5 Millionen Euro – so viel spielte ein erneuter Verkauf aus der Kunstsammlung des inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach am Mittwoch beim Kölner Auktionshaus Van Ham ein. Unter den Hammer kamen ausschließlich großformatige Werke

Es war bereits die dritte Auktion aus der Sammlung des wegen Betrug inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach. Unter den Hammer kamen dieses Mal großformatige Skulpturen, Bilder, Fotografien und Installationen. Die 100 Kunstwerke gehörten Achenbachs einstiger Kunstberatungsfirma. Das Auktionshaus schätzte die Gesamtsumme auf 550.000 bis 800.000 Euro – und spielte erheblich mehr ein.
Das beste Ergebnis erzielte die Installation „Landscapes of the Future" des Moskauer Künstlers Pavel Pepperstein. 2009 bespielte er mit damit den russischen Pavillon, nun geht das Werk für 246.015 Euro zurück nach Russland – angeblich stritten gleich zwei russische Sammler um den Zuschlag. Versteigert wurde auch Thomas Bayrles Sound-Collage „Galaxy Windscreen Wiper“, das zwei Mao-Porträts von Andy Warhol hinter einer Windschutzscheibe mit Scheibenwischern zeigt. Es war einem Bieter 20.874 Euro wert, der Schätzwert lag bei 8.000 Euro. Jörg Immendorffs Affenskulptur „Malerstamm Caspar“ wurde für 101.388 Euro versteigert.

Großer Erfolg

Das größte Werk der Auktion, eine sechs Mal 2,65 Meter Thomas-Struth-Fotografie, wurde für 74.550 Euro versteigert. Einen internationalen Auktionsrekord erzielte der Gelantinesilberabzug „100 Jahre“ von Hans-Peter Feldmann. Die 101 Abzüge umfassende Arbeit wurde für 89.460 Euro versteigert und ist nun die teuerste je versteigerte Arbeit des Künstlers. Das Auktionshaus Van Ham führte bereits die ersten beiden Auktionen von Helge Achenbachs Sammlung durch, insgesamt wurden 10,5 Millionen Euro generiert. Der 63-jährige Achenbach galt lange als Pionier des Art Consulting, setzte seit den 1970er Jahren Millionen um. Seit über einem Jahr sitzt Achenbach wegen Millionenbetrug an dem 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht in Untersuchungshaft, im März wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.