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© Infografik: Melina Lopez-Ruiz, Quelle: artnet 

Amerikas Vormarsch am Markt

Die fetten Jahre sind vorbei. Oder?

Die Auktionergebnisse des ersten Halbjahres 2015 waren weniger erfolgreich als im Vorjahr. Trotzdem zeigen die Umsätze auf dem globalen Kunstmarkt: Vor allem in Amerika boomt der Auktionsverkauf. So gut läuft es nicht überall – China fällt weiter ab

Die ganz fetten Jahre auf dem Kunstmarkt sind vorbei. So lesen sich jedenfalls die Zahlen der Preisdatenbank artnet, die die Auktionsergebnisse des ersten Halbjahres 2015 auswertete. Nicht nur der Umsatz des weltweiten Kunstmarkts ging artnet zufolge um sechs Prozent zurück, auch die Anzahl der Lose verringerte sich um 17 Prozent, und die Verkaufsrate sank von 65 auf 62 Prozent ab. Das lässt sich allerdings durchaus mit einem gegenläufigen Trend vereinbaren: Der Durchschnittspreis pro Los stieg um ganze 20 Prozent auf 69 000 Dollar an, die Anzahl der Werke, die Spitzenpreise von mehr als zehn Millionen Dollar erzielten, kletterte von 63 auf 71. Das bedeutet: Es wurden zwar weniger Werke gehandelt, aber zu höheren Preisen. Der Markt entwickelt sich nach oben, nicht in die Breite. Und das, obwohl bedingt durch die zuletzt schlechte Wirtschaftslage einer der wichtigsten Absatzmärkte einbrach: Der chinesische Kunstmarkt verzeichnete mit 30 Prozent den stärksten Rückgang. Dafür boomte der US-amerikanische Markt, der einen Umsatzanstieg von 19 Prozent erreichte. Mit 3,4 Milliarden und einer Marktdominanz von 42Prozent belegen die USA damit den globalen Spitzenplatz.