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Damien Hirst eröffnet Museum in London

Alles für den Marktwert?

Damien Hirst ist nun auch Museumsmacher. Auf 3500 Quadratmetern zeigt der britische Künstler in London seine Sammlung, die rund 34 Millionen Euro teure Finanzierung hat er selbst übernommen. Möchte Hirst mit einem privaten Museum seinen Marktwert steigern?

Damien Hirst eröffnet ein Museum. Seit dem 8. Oktober soll die Newport Street Gallery im südlichen Stadtteil Lambeth Wechselausstellungen zeigen und Hirsts Privatsammlung beherbergen. Kritiker befürchten eine Gentrifizierung eines der wenigen noch sozial durchmischten Viertel im inneren London. Auf dem Kunstmarkt sinken Hirsts Aktien. Seine Kunst verliert ihren Schockwert. Den Schritt, ein eigenes Ausstellungshaus zu eröffnen, verstehen viele als Suche nach Aufmerksamkeit. Und einen Versuch, der eigenen Sammlung Geltung und Wert(schätzung) zu verleihen.
Die erste Ausstellung ist dem wenig bekannten englischen Maler John Hoyland gewidmet. Hirst hat vor dessen Tod 2011 seine Nähe gesucht und im großen Stil Arbeiten angekauft. Charles Saatchi, Ziehvater und späterer Widersacher Hirsts, dürfte Pate gestanden haben für die Museumspläne. Die Saatchi Gallery, die sich einst um die Kunstvermittlung in England verdient machte, gilt heute vor allem als Durchlauferhitzer für schnell eingekaufte und wieder auf den Markt geworfene Ware. Daneben gibt es unzählige Beispiele tadellos geführter privater Museen. Die Zeit wird zeigen, in welche Kategorie die Newport Street Gallery fällt.


bis 3. April 2016, "John Hoyland, Power, Stations, Paintings", Newport Street Gallery, London