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Auktionsmarkt 2014/2015

Wool vor Koons

Jeff Koons ist nicht länger der teuerste lebende Künstler. Überholt hat ihn der US-Amerikaner Christopher Wool. Aber auch er steht strenggenommen nicht auf Platz 1 der Liste

Der Artprice-Marktbericht für zeitgenössische Kunst 2015 macht deutlich: Jeff Koons wurde vom Thron gestoßen. Im Zeitraum von Juli 2014 bis Juni 2015 konnte der König des Kitschs nicht mehr Platz eins der teuersten lebenden Künstler einnehmen. Dieser Titel steht nun Christopher Wool (* 1955) zu. Dem Bericht zufolge spielten Wools Arbeiten im Zeitraum von Juli 2014 bis Juni 2015 einen Gesamtumsatz von 112.993.962 US Dollar ein. Im gleichen Zeitraum brachten Jeff Koons (ebenfalls Jahrgang 1955) Werke auf Auktionen „nur 81,9 Millionen Dollar ein. Zwar steht Koons nach wie vor hoch im Kurs, was natürlich auch an dessen jüngster Retrospektive liegt, die im Whitney Museum in New York, im Centre Pompidou in Paris und im Guggenheim Museum in Bilbao gezeigt wurde. Wool jedoch konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppeln. Ein Beispiel: „Untitled (Fool) von 1990 wurde im Februar 2012 bei Christies in London für 7,7 Millionen Dollar versteigert. Auf den Markt kam das Werk dann erneut im November 2014 und wurde – erneut bei Christie’s – nun bereits für 14,1 Millionen Dollar versteigert. In der ersten Jahreshälfte 2015 wurden 16 seiner Gemälde zum Verkauf angeboten: Das teuerste je versteigerte Werk von Wool wurde im Mai diesen Jahres bei Sothebys New York für 29,9 Millionen Dollar versteigert: Das Gemälde „Riot von 1990.
Übrigens zählt Artprice.com im Ranking nur Künstler, die nach 1945 geboren wurden. Ignoriert man dieses Kriterium, schafft es Wool nur auf Platz zwei der teuersten lebenden Künstler. Insgesamt ist nämlich Gerhard Richter (* 1932) bei Auktionen immer noch der umsatzstärkste lebende Künstler. Seine Werke spielten im gleichen Zeitraum auf Auktionen insgesamt 276 Millionen Dollar ein.