Kunst. Werte. Leidenschaft.

Im Portfolio: Niina Vatanen

Einfach spielerisch

Mit einfachen spielerischen Fotografien ruft die finnische Künstlerin Niina Vatanen Erinnerungen und Gefühle wach. Planung und Nachbearbeitung machen sie nicht nur zur Meisterin der Recherche, sondern auch der Manipulation

Was Niina Vatanen inspiriert? „Lange Sommernächte, Flohmärkte, Bücher, Filme oder eine gute Unterhaltung.“ Das hört sich ziemlich kitschig an, aber wirft man erst einmal einen Blick auf Vatanens Arbeiten, kann man es nachempfinden. Andrea Holzherr, Ausstellungsmanagerin bei der berühmten Fotoagentur Magnum, verglich Vatanens Fotos (immer mit einer Analogkamera aufgenommen) mit Tagebucheinträgen, und zwar mit solchen, „die verfasst wurden, um bestimmte Gefühle oder Stimmungen zu beschreiben“. Vatanen, 1977 in Kuopio geboren, hat an der TaiK – Aalto University School of Arts, Design and Architecture in Helsinki Fotografie studiert. Auf ihre erste Soloshow (2006, noch vor Abschluss ihres Studiums, in der Photographic Gallery Hippolyte in Helsinki) folgten neben zahlreichen Gruppenausstellungen bisher neun Einzelausstellungen. Darunter etwa die Retrospektive „Beyond the Visible Surface“ im Ausstellungshaus für Fotografie C/O Berlin, die bis April 2015 Vatanens Serie „Archival Studies/A Portrait of an Invisible Woman“ ins Zentrum stellte. Auf Basis des fotografischen Archivs der finnischen Amateurfotografin Helvi Ahonen hat sie in dieser Reihe neue Arbeiten kreiert: Sie fügte Formen, Farbflächen und Linien hinzu, bearbeitete und manipulierte die Negative oder erstellte digitale Kollagen. Vatanen interessierten am Archiv der Hobbyfotografin übrigens nicht die dokumentarische Qualität der Bilder, sondern die Negative, die von „menschlichen Fehlern“ gezeichnet waren. Entstanden sind Fotografien, die Archivmaterial mit fiktionalen Elementen verbinden.


Sammlertipp
Niina Vatanen ist auf dem Auktionsmarkt noch nicht vertreten. Erwerben kann man die Arbeiten der Künstlerin über ihre in Berlin und Helsinki ansässige Galerie, die Gallery Taik Persons. Laut einer Mitarbeiterin bewegen sich die Werke „in einem Bereich von 2000 bis 20 000 Euro netto“ . Diese weite Spanne ergebe sich daraus, dass das Œuvre der Künstlerin sowohl kleine Arbeiten in Editionen als auch größere Installationen, die Einzelstücke sind, umfasst.