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Keine Fälschung: Hugo Ball bei einer Vorstellung im Cabaret Voltaire 1916 © Gemeinfrei 

Dada-Fälschungen bei Ebay

Schnäppchenjagd

Im Internet blüht der Handel mit Dada-Fälschungen – das liegt oftmals auch an der Gutgläubigkeit der Sammler

Neueste Spielwiese für Kunstfälscher: kleinere Collagen im Dada-Stil. Ein paar historische Papierschnipsel, ein wenig Klebstoff – fertig ist die Collage. Die FAZ spricht von „sprudelnden Quellen, die derzeit den Markt mit angeblichen Dada-Werken beliefern“. Wer dahintersteckt, ist noch unbekannt. Verkauft werden die Fälschungen über verschiedene Kanäle, „von Ebay bis zum Flohmarkt“, weiß Dada-Experte Ralf Burmeister, Leiter der Künstler-Archive der Berlinischen Galerie. Die Anbieter der Collagen spielen mit den Hoffnungen der Käufer: Durch Signaturen mit einem „H.“ wird der Anschein erweckt, es könne sich um ein Original von Berliner Dadaisten „wie Hannah Höch oder Raoul Hausmann“ handeln, so der Experte. Gerade im Niedrigpreissegment bis etwa 1500 Euro geht mancher Sammler für den Traum vom renditestarken Schnäppchen das Risiko ein. Die Fälscher dürfen sich freuen: Auch Kleinvieh macht Mist, zumal günstige Arbeiten kaum im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Solche Angebote seien „gerade einmal das Papier wert“, aus dem sie gebastelt wurden. Burmeister hält es für extrem unwahrscheinlich, in diesem Preisbereich auf ein Original zu stoßen. Sein Rat: Vor dem Kauf unbedingt einen Fachmann konsultieren.