Kunst. Werte. Leidenschaft.

Künstler Aslan Gaisumov

Hochaktuell

Aslan Gaisumov hat viel durchgemacht. Krieg, Zerstörung und Flucht verarbeitet der junge Tschetschene in seiner Kunst. Ein Gastbeitrag von Andrea v. Goetz und Schwanenfliess, Kunstförderin und Sammlerin

Beklemmend ist die Geschichte des jungen Künstlers: Aslan Gaisumov wird 1991 in Grosny im Kaukasus geboren, das kurz danach zum Kriegsschauplatz wird. Er lebte mit seiner Familie sieben Jahre in einem Flüchtlingszelt. Krieg, Zerstörung und das Auslöschen von Geschichte sind die tragenden Inhalte seiner Arbeit. Metaphern sind der gemeinsame Nenner, ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Skulpturen, Videos und Installationen.

Die abgebildete Installation bezieht sich auf die traditionelle tschetschenische Kleidung. Diese Tracht war vor den Verschleppungen durch Stalin im Jahr 1944 ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lebens in Tschetschenien. Aslan Gaisumov hat sie aus dem Stoff eines Flüchtlingszelts gemacht, jeweils ein weibliches und ein männliches Exemplar. Hier wird die Subjektivität des Erlebten allgemeingültig. Und ist von beinahe unfreiwilliger Aktualität.