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Kommt aus der Provinz, kann alles: der neue Tate-Britain-Direktor Alex Farquharson. © Photograph by Peter Anderson 

Tate-Britain-Direktor Alex Farquharson

Auf zu neuen Taten!

Frischer Wind in der Tate Britain: Seit Herbst leitet der 45-jährige Alex Farquharson die Tate Britain. Er beerbt Vorgängerin Penelope Curtis und ist nun Direktor einer der wichtigsten Institutionen des Landes. Wer ist der Mann?

Penelope Curtis, deren Amtszeit von oft bösartiger Kritik begleitet war, verlässt die Tate Britain nach nur fünf Jahren, um die Leitung eines Museums in Lissabon zu übernehmen. Farquharson war Gründungsdirektor von Nottingham Contemporary, einem Regionalmuseum im Norden Englands, das unter seiner Führung zu einem national und international angesehenen und viel besuchten Zentrum für zeitgenössische Kunst wurde. Seine Berufung wird als Abkehr von Curtis’ akademischem Stil und als Öffnung hin zu einer publikumsfreundlicheren Museumspolitik gesehen. Farquharson gilt als einer der talentiertesten Kuratoren seiner Generation mit einem besonderen Händchen im Umgang mit Künstlern. In Nottingham hat er sehr erfolgreich unter anderem mit David Hockney, Steve McQueen und Mark Leckey gearbeitet.

Auch an anderen nationalen Museen steht ein Wachwechsel bevor: Neil MacGregor verlässt dieses Jahr das British Museum; Gabriele Finaldi übernimmt die National Gallery von Nicholas Penny, und der junge Nicholas Cullinan folgt Sandy Nairne an der Spitze der National Portrait Gallery nach. Alle Augen sind weiter auf Tate Modern gerichtet: Wenn Chris Dercon 2017 die Intendanz der Volksbühne übernimmt, braucht auch sie eine neue Führung. Schön wäre es, wenn dann wieder eine Frau zum Zuge käme. Seit Penelope Curtis weg ist, sind alle nationalen Museen in Männerhand.