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Das Viertel Chelsea ist für Künstler kaum noch bezahlbar. Foto: © GK tramrunner229 via CC BY-SA 3.0 

Luxus-Kunstviertel Chelsea

Chelsea ist out

Luxusapartments reihen sich im New Yorker Chelsea an Bluechip-Galerien. Fazit unserer New-York-Korrespondentin: Schnell wegziehen! Zum Beispiel an die Lower East Side

Der Stadtteil Chelsea, auf der Westseite Manhattans zwischen der 14. und 30. Straße gelegen, galt lange als das Epizentrum der New Yorker Kunstszene. Nun entwickelt es sich zunehmend zum Terrain von Bluechip-Galerien wie Gagosian oder Zwirner. Real-Estate-Magnaten ziehen Luxusapartment-Häuser hoch. Kunst jenseits des Mainstream: Fehlanzeige. Für junge Galerien sei die Lower East Side „the place to be“, sagt der New Yorker Sammler Peter Hort. „Nach Chelsea gehe ich, um Ausstellungen anzusehen und Freunde zu treffen. Kunst kaufe ich Downtown.“

In der Lower East Side oder direkt angrenzend in Chinatown haben sich bereits über 130 kleinere Galerien niedergelassen. Immer mehr folgen. Canal, James Fuentes, Lisa Cooley oder On Stellar Rays sind schon länger da, andere wie Shoot the Lobster sorgen erst seit Kurzem für Furore. Auch Big Player aus Chelsea eröffnen Dependancen. „Niemand will zum Dinosaurier werden“, so der Galerist James Cohen. „Wir sind auf der Suche nach frischer Energie.“ Schwergewichte wie Marianne Boesky oder Gavin Brown zieht es ebenfalls in die Lower East Side. Doch auch dort macht die Gentrifizierung nicht halt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Künstler und Galerien auch diese Gegend nicht mehr werden leisten können.