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Die fünf aufregendsten Talente der Art Brussels

Agnes D. Schofield

Auf der Art Cologne nichts gefunden? Und zur Art Brussels ins Palais von Thur & Taxis, wo in diesem Jahr die spannenderen Künstler vorgestellt wurden, haben Sie es nicht mehr geschafft? Macht nichts, wir haben für Sie die fünf vielversprechendsten Talente ausfindig gemacht.

1. Georgina Gratrix ist die diesjährige Gewinnerin des Discovery Award der Art Brussels. Die in Mexiko 1982 geborene und heute in Kapstadt lebende Künstlerin macht sich derzeit als Malerin einen Namen. Das angestaubte Genre Stilleben bekommt bei ihr einen neuen Look verpasst: verspielt und farbintensiv – bisweilen bis an die Schmerzgrenze. She’s quite well-known in South Africa,” sagt Shona van der Merwe, Associate Director der SMAC gallery, die die Werke von Georgina Gratrix erstmals dem Publikum in Brüssel vorgestellt hat.

2. Noël Dolla ist kein unbeschriebenes Blatt und nicht mehr blutjung – dennoch gilt er als Geheimtipp. Seine Arbeiten kosten inzwischen um die €35,000 bis €45,000, verrät die Galere Ceysson & Bénétière. Das Geld ist gut angelegt. Zum einen, weil der in Nizza geborene Künstler schon weltweit in renommierten Institutionen ausgestellt hat. Zum anderen, weil seine Kunstwerke ästhetisch viel hermachen: Zart sind sie, geradezu malerisch-poetisch und betörend materialverliebt.

3. Alex Chaves aus Los Angeles ist ein Schönwettermaler im buchstäblichen Sinne: Seine Bilder strahlen in satten Grün-, Türkis- und Gelbtönen. Darin räkeln sich die Figuren nackt, naturverbunden, geradezu nihilistisch. Postimpressionistisch wirkt das Ganze. Bei der Martos Gallery wurde Chaves gleich eine Soloshow eingerichtet. Herzstück der Koje: seine farbenfrohe Reinterpretation von Picassos Guernica.

4. Marcus Jahmal aus Queens, New York, bekam nach einjähriger Zusammenarbeit mit der angesehenen belgischen Galerie Almine Rech seine erste Solo Show zur Art Brussels. Jahmals Bilder zeichnen sich durch üppige, fesselnde Gestalten mit verzerrten Gesichtern aus, durch wilde Tiere und rauschhafte Nachtszenen. Laut Galerie, die über vier Dependancen verfügt, sei Brüssel die richtige Wahl, um mit der Kunst des 1990 geborenen Jamahl in der Szene zu debütieren.

5. Die Galerie Clearing, die 2017 in einen großen Komplex gezogen ist, und für ein ambitioniertes junges Programm steht, wählte Korakrit Arunanondchai zu ihrem Aushängeschild auf der Messe. Arunanondchai, der aus Thailand stammt und in New York lebt, scheint dem Chaos verfallen. Seine Arbeiten sind zwei- und dreidimensional und erinnern an Kleckse im Raum oder Universen im Umbruch. Die neuen Räume von Galerist Olivier Babin sind wie gemacht für seine Kingsize-Kreationen, wie etwa ein geflügeltes Ungetüm mit sechs Meter Spannweite, das über einer Fläche steinerner Platten schwebt.