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© Uta Bekaia, Foto: Levan Mindiashvili  

Sammlertipp

Fünf aus Georgien, die uns aufgefallen sind

Lust auf zeitgenössische Kunst aus Georgien? In Tiflis, der Hauptstadt, sprudelt es vor neuen Talenten. Wir haben fünf der angesagtesten Gegenwartskünstler vor Ort für Sie ausfindig gemacht.

 

Eka Boogy (*1986) fängt fotografisch die architektonischen Reste der Sowjetrepublik ein. Fotograf war schon der Großvater, bei dem Boogy auf eine große Sammlung von Kameras stieß. 2007 schloss sie zunächst ein Kunstgeschichtsstudium in Tiflis ab, 2009 ging sie dank eines DAAD Stipendiums nach Düsseldorf. Auf „Boogy’s photographic diaries“ porträtierte die Fotokünstlerin das neue Land – ohne Nachbearbeitungen. Rohes Fotomaterial sei einfach lebensnaher. Gezeigt wurden ihre Arbeiten u.a. während der „Düsseldorfer Kunstpunkte 2015“. 

Irakli Bugiani (*1980) ist einer der begabtesten Maler unserer Zeit. Sein Marken- und Qualitätszeichen: Er trägt die Ölfarben dünn, in mehreren Schichten und zu großen Flächen auf. Am Ende entstehen daraus, aus der Distanz betrachtet, ganze Landstriche oder Stadtschluchten, scheinbar schneebedeckt oder von Licht angestrahlt. Viel Effekt mit wenig Effekthascherei. Ausgestellt hat Bugiani bereits u.a. in der Hans Peter Zimmer Stiftung, Düsseldorf, der Kunsthalle Reckling- hausen und im Rich Mix, London. 2013 wurde ihm eine Soloshow im National Museum in Tiflis ausgerichtet. 

Uta Bekaia (*1974) lebt heute in Tiflis und New York. Er hat Industrial Design in Tiflis studiert (Mtsire Academy) und als Künstler auf der AMA (Avant-Guard Fashion Assembly) debütiert – mit märchenhaften skulpturalen Objekten, die er in in einer Performance präsentierte. Auch auf Fashion Weeks liefen Modells mit seinen Kreationen schon über den Catwalk. Zuletzt wurden seine Arbeiten (u.a. Videos und Skulpturen) in der ERTI Galerie in Tiflis ausgestellt. Mehr zu seiner Inspiration, seiner schier schamanenhaften Arbeitsweise und seinen Performances (siehe Titelbild) im Beitrag "Kaukasus ist Kult".

Alexander Gegia (*1980) studierte an der Kunstakademie in Tiflis und trat 2006 ein Malereistudium in Düsseldorfer unter Jörg Immendorff, Markus Lüpertz und Andreas Schulze an. 2012 absolvierte er dieses als Meisterschüler von Andreas Schulze. Gegias Gemälde sind fotorealistisch und detailverliebt. Durch die unge- wöhnliche Perspektive jedoch wird das Hauptsujet verdrängt. Ornamentale Hintergründe wie etwa Perserteppiche steigen in der Hierarchie des Bildes auf. Die Arbeiten wurden u.a. in der Münchner Galerie Filser & Gräf gezeigt. 

Levan Mindiashvili (*1979) lebt heute in Brooklyn (NY) und Buenos Aires (Argentinien). In seinem Schaffen, das die Spuren eines virtuosen Zeichners trägt, tauchen Titel auf wie „Urban Identities“ und „Studies for Shared Privacies“. Mindiashvili setzt sich künstlerisch mit dem Public und dem Private Space auseinander. Seine neueste Serie „Borderlines“ ist eine Suche im Sediment der globalisierten Weltstädte. Zu sehen waren seine Arbeiten u.a. in The Lodge Gallery, New York und Tartu Art Museum, Tartu, Estland.