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Fünf junge Malerinnen, die uns aufegefallen sind

Malerische Aussichten

Vier Studentinnen und eine Absolventin der Kunstakademie in München aus der Malerei-Klasse von Anke Doberauer geben Einblick in ihre künsterische Haltung und Arbeit, treffen Aussagen über ihre Motivation und Maltechnik.

Lust auf neue Talente? Uns sind vier Studentinnen und eine Absolventin der Kunstakademie in München aus der Malerei-Klasse von Anke Doberauer aufgefallen. Ein Einblick in ihre künsterische Haltung und Arbeit und Statements zu ihrer Motivation und Maltechnik. So saugt der Nachwuchs den Honig aus den Vorlagen.

„Die Poesie belangloser Momente, ein Gegenstand, eine Situation, ein Foto – wenn mich die Kombination von Farbe und Form reizt, habe ich ein gewisses inneres Verlangen, diese visuellen Fundstücke festzuhalten. Dazu kommt dann die Lust an der Malerei an sich, der Versuch, mein Motiv mit konzen- trierten Pinselstrichen so festzuhalten, wie ich es sehe, wo ich malerische Entscheidungen treffen muss, die „sitzen“ – eine Prägnanz und Reduktion, die ich bei einem anderen künstlerischen Medium mit Farbe in dieser Direktheit so nicht erreiche.“ Eva Blanché

„In meiner Arbeit steht der Mensch im Mittelpunkt. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Welt. Er ist ein sehr ambivalentes und erstaunliches Wesen. Wie ein Philosoph des 20. Jahrhunderts sagte, kann der Mensch sowohl die „Kritik der reinen Vernunft“ verfassen als auch Kannibalismus betreiben. Das finde ich faszinierend. Aus jeder Epoche gibt es Kunst, welche meine Arbeit beeinflusst. Impressionistische Bilder habe ich immer gemocht. Aktuell befasse ich mich mit dem Amerikanischen Realismus und der Pop-Art.“ Xenia Hartok

„Die Leute sagen mir oft, sie sehen eine Eigenart in meinen Werken, obwohl ich selbst viele Inkohärenzen darin finde. Das Einzige, was ich weiß ist, dass ich nicht will, dass meine Malerei einfach ist. Das versuche ich zu erreichen, indem ich die Technik der alten Meister in eine zeitgenössische Art überführe. Vielleicht ist es das – neben den Themen, die ich für meine Malerei wähle, und natürlich meinem Pinselstrich –, was meinen Stil ausmacht.“ Blanca Amorós

„Die Malerei ist für mich eine geeignete Form der Kommunikation. Sie ist das Medium, mit dem ich beschreiben kann, wie ich die Welt wahrnehme. Dabei ist es der Prozess des Malens selbst, das Erforschen und Schaffen von neuen Formen, der mich reizt. Zu Beginn weiß man nie genau, was am Ende heraus- kommt. Es ist immer etwas völlig Neu- es. Der Prozess des Malens ist für mich das ständige Balancehalten zwischen den unmittelbaren, irrationalen und intuitiven Momenten des Malens und den logischen und konzentrierten des Nachdenkens über weitere Schritte. Auf chaotische Weise, das Chaos in eine Ordnung bringen, sozusagen. “ Judith Grassl

Oft wird mein Stil fälschlicherweise als Foto- oder Hyperrealismus bezeichnet - ich orientiere mich an der Natur und lasse mich gerne hinreißen von Renaissancemalern des nördlichen Europa und Italiens. Auch wenn ich nicht willentlich meinen Stil verändern möchte, kann ich beim Vergleich zu früheren Werken eine technische und stilistische Entwicklung festmachen, die sicherlich und hoffentlich fortschreiten wird. Ich bin mir sicher, dass in der Malerei auch alte Techniken weiterhin ausgeübt werden. Die Technik der Polimentvergoldung beispielsweise ist hunderte von Jahren alt und wird unverändert auch heute noch praktiziert, da es an adäquaten Rezepturen mit modernen Materialien mangelt und bislang keine bessere Alternative gefunden wurde. Und auch trotz moderner Pigmente, Malmittel und Bildträger, sind für einen versierten Maler oft die klassischen Materialien oder Techniken unerlässlich, um Farbverlauf, Farbauftrag, Farbwirkung und andere Eigenschaften zu erzielen. Der Entschluss für ein Medium oder ein Material muss allerdings zum Wesen oder zur Idee des Werks passen, um authentisch zu sein und mit voller Kraft zu wirken. Brigitte Stenzel (Absolventin)